STATIK DES FUSSES

Füße tragen uns, aber was trägt den Fuß? – Die Statik der Fußmuskulatur

 

 

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Während die Anatomie des Wunderwerkes Fuß sich mit dem strukturellen Aufbau der Knochen, Muskeln und Bänder auseinandersetzt, geht es bei der Statik des Fußes um die Ausrichtung und Funktionen in Bewegung. Beide sind eng miteinander verbunden, denn die Muskeln und Bänder sind es, die unserem Fuß das Gehen erst ermöglichen.

ANATOMIE DES FUSSES ➔

Betrachtet man das Skelett eines Fußes, fällt etwas ganz Entscheidendes auf: Im hinteren Abschnitt liegen die Knochen übereinander, im mittleren und vorderen Bereich dagegen nebeneinander. Dadurch entstehen zwei Gewölbe, getragen von einem Geflecht aus Bändern, Sehnen und Muskeln. Zusammen federn sie die Stöße für einen geschmeidigen Gang ab.

ZUR OPTIMALEN PASSFORM ➔

DIE 2 EBENEN DES FUSSES

Das sogenannte Längsgewölbe ist ein Hohlraum zwischen Ferse und Ballen. Quergewölbe nennt man die kleine Ausbuchtung am Mittelfuß, die sich beim aufrechten Stand unter dem Fuß bildet.

SYMPTOME ➔
SYMPTOME ➔

Entgegen den gängigen Annahmen ist es nicht das Längsgewölbe, das für Stabilität beim aufrechten Gang sorgt, sondern das Quergewölbe im Mittelfuß. Neueste Forschungen* der Yale University zur biomechanischen Funktionsweise des Fußes ergaben, dass das Quergewölbe dafür sorgt, dass unser Fuß trotz der hohen Belastung beim Abrollen in seiner Form verbleiben kann. Den Messungen der Forscher zufolge trägt es mehr als 40 Prozent zur Fußsteifigkeit bei, das Längsgewölbe nur knapp 23 Prozent. Dank dem Zusammenspiel beider Gewölbe liegen gesunde Füße niemals mit der gesamten Fläche auf – vorausgesetzt, die Muskeln werden ausreichend beansprucht oder trainiert. Geschieht das nicht, flacht das Fußgewölbe ab. Bei fast jeder:jedem kommt es in diesem Fall zu Fußveränderungen oder -fehlstellungen.

 

*Quelle: Nature, 2020; doi: 10.1038/s41586-020-2053-y


Fußtraining

Adé Igelball – So gelingt effektives Fußtraining

 

Im stressigen Alltag schaffen es die wenigsten Menschen, das Barfußlaufen zu integrieren, bei dem der Fuß seine volle Abrollfunktion ausüben und sich dadurch stärken kann. Muskeltraining für die Füße ist deshalb die einzige Möglichkeit, muskulär bedingten Fußfehlstellungen wie dem Senkfuß oder Plattfuß aktiv entgegenzuwirken. Viele Menschen neigen dazu, auf die Methode des Igelballs zurückzugreifen, der sanft über die Fußsohlen gerollt wird. Dies regt vielleicht die Nervenenden an, trägt jedoch nicht zur Stärkung der Muskulatur bei. Wer im Fitnessstudio seinen Bizeps trainieren will, würde nicht mit einem Ball über die Haut rollen – sondern den Muskel kontrahieren. Genau das gilt auch für die Füße.

Ansteuerungsübung

Bei der Ansteuerungsübung hebt man abwechselnd die große Zehe und die übrigen Zehen nach oben. Zu Beginn mag das schwerfallen, weil die Verknüpfungen im Gehirn bei vielen Menschen vernachlässigt wurden und erst neu hergestellt werden müssen. Dies kann durchaus einige Wochen in Anspruch nehmen, wird mit der Zeit aber dazu führen, dass die Zehen besser getrennt voneinander angehoben werden können – wie es ein:e gut trainierte:r Klavierspieler:in mit den Fingern schafft. Manchen Menschen gelingt es sogar, jeden Zeh einzeln zu bewegen. Wer diese Übung beherrscht, darf mit der Stärkungsübung anfangen.

Stärkungsübung

Dabei stellen wir uns drei Eckpunkte vor: die große Zehe, die kleinste Zehe und die Ferse. Nun stellt man sich aufrecht hin – zum Beispiel abends zehn Minuten vor die Couch – und zieht diese drei Punkte bewusst zusammen. Das Ziel ist es, einen Impuls zu geben, der das Fersengewölbe und das Längsgewölbe anspannt. Vom Gefühl her zieht man das Gewölbe unter dem Fuß nach oben. Diese Übung simuliert das Barfußlaufen, bei dem man sich mit dem Fuß abstößt. 

Beide Übungen brauchen Zeit, bis sie perfekt gelingen, vier bis fünf Wochen sind keine Seltenheit. Dafür sind sie sehr effektiv. Fußgymnastik-Techniken wie der Igelball, das Stehen auf den Zehenspitzen, Dehnen oder Wärmebehandlungen sind lediglich symptomatische Therapien, die etwas für den Moment bringen, aber keinen langfristigen Unterschied machen.

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